Klaus Aktories - Arzneimitteltherapie im Alter: Polypharmazie und Arzneimittelsicherheit

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  • uploaded March 15, 2021

FRIAS Lunch Lecture from 14 July 2016 with Prof. Dr. Klaus Aktories from the University of Freiburg

Die Multimorbidität im Alter führt nahezu zwangsläufig zu einer Zunahme der Verordnungen von Arzneimitteln. Die über 65Jährigen erhalten mehr als 55% der insgesamt verordneten Medikamente, wobei sie nur 22% der Bevölkerung ausmachen. Es kommt häufig zu einer Polypharmazie, die durch eine Einnahme von täglich 5 und mehr Medikamenten definiert ist. Der Anteil der über 65Jährigen, der täglich wenigstens 5 Arzneimittel einnimmt, liegt bei nahezu bei 40%. Ungefähr 30% der alten Menschen zwischen 75 und 85 Jahren erhalten mehr als 8 Medikamente.

Beim alten Menschen sind Wirkungsunterschiede der Arzneimittel (Pharmakodynamik) zu berücksichtigen. Er reagiert auf zentralwirksame Medikamente (z.B. Schmerzmittel oder Psychopharmaka) deutlich empfindlicher als jüngere Menschen. Aufnahme, Verteilung, Stoffwechsel und Ausscheidung von Arzneimitteln (sog. Pharmakokinetik) sind beim alten Menschen verändert, wobei die Abnahme der Nierenfunktion die größte Bedeutung hat. Der alte Patient reagiert empfindlicher auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAWs). Verlust der physiologischen Reserve, Anfälligkeit und Gebrechlichkeit (Frailty) im Alter können schwerwiegende UAWs, wie Verwirrtheit, Kollaps und Stürze, zur Folge haben. Ca. 10% der Krankenhausaufnahmen sollen bei alten Menschen auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zurückgehen.

More information on the FRIAS Lunch Lectures 2016: https://www.frias.uni-freiburg.de/de/mediathek/lunch-lectures/videomitschnitte-der-lunch-lecture-reihe-herausforderungen-einer-alternden-gesellschaft

Referent/in:

Prof. Dr. Klaus Aktories


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