Freiburger Wintervorträge WS 20.21 10 Herbert

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  • hochgeladen 17. Dezember 2020
  • Prof. Dr. Ulrich Herbert (Historisches Seminar / Forschungsgruppe Zeitgeschichte)
    Kriegsende 1945. Europäische und deutsche Perspektiven

    In Europa begann das Kriegsende lange vor der deutschen Kapitulation, und es endete lange danach, zudem auf sehr unterschiedliche Weise. Auch die Wahrnehmungen des Kriegsendes waren denkbar verschieden – von Klagen über die materielle und moralische Trümmerlandschaft Europas über weitgespannte Erwartungen eines besseren Lebens in einer humanen und sozial gerechten Gesellschaft bis zu vollständiger Apathie angesichts der unfassbaren Opferzahlen.
    Das Ende des Krieges erscheint heute als epochale Zäsur, als „Ende des europäischen Zeitalters“. Nicht nur das Deutsche Reich lag besiegt am Boden. Auch die jahrhundertealte europäische Vorherrschaft auf der Welt war unwiederbringlich vorbei. Nie zuvor in der Geschichte der Neuzeit hatte es einen nachhaltigeren, tiefer greifenden Einschnitt gegeben als in diesem Moment. Und bei allen Elementen von Kontinuität, die sich später oder früher bemerkbar machten: Ein schärferer Bruch in Politik, Gesellschaft, Kultur und Recht war kaum denkbar. Insofern hatte der schon zeitgenössisch früh gebrauchte Begriff der „Stunde Null“ seine Berechtigung.
    Der Vortrag gibt einen Einblick in die politischen Dimensionen des Kriegsendes in Deutschland und Europa – und in die Erfahrungen, welche die Menschen in den verschiedenen Ländern und Regionen am Ende des Krieges machten.

    Referent/in:

    Prof. Dr. Ulrich Herbert (Historisches Seminar / Forschungsgruppe Zeitgeschichte)


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