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Freiburger Sommervorträge SS21 06 Niemeyer

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  • hochgeladen 28. Mai 2021
  • Prof. Dr. Charlotte Niemeyer (Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum Freiburg)
    Kindermedizin im Spannungsfeld zwischen Forschung, Empathie und Realität

    Als Kinderärztin arbeiten zu dürfen, ist ein großes Privileg. Das Entwicklungspotential des jungen Menschen birgt oft auch in medizinisch schwierigen Situationen die Hoffnung, die Gesundheit des Kindes wiederherstellen zu können. Das Spektrum der Erkrankungen in der Kinder- und Jugendmedizin ist vielfältig und beinhaltet auch über 8000 seltene Erkrankungen. Diese Krankheiten besser zu verstehen, treibt klinisch tätige Kinderärzte zur Forschung an. So beschäftige ich mich mit der Frage, wie wir eine sehr aggressive Form der Leukämie des Kleinkindesalters genetisch besser verstehen und neue Therapien entwickeln können. Während sich die Überlebenschancen für Frühgeborene und Kinder mit Krebskrankheiten, Fehlbildungen oder Mukoviszidose verbessern, nehmen andere chronische Erkrankungen zu. Kranke Kinder haben im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention das Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit. Eine ganzheitliche Betreuung, die das kranke Kind ins Zentrum stellt, ist verständlicherweise wenig kompatibel mit einem Gesundheitssystem, das auf einen effizienten und profitablen Patientendurchfluss ausgerichtet ist. Trotz dieses täglichen Konfliktpotentials ist die akademische Kindermedizin ein wissenschaftlicher Motor, der die Würde des kranken Kindes als die Richtschnur des Handelns versteht.

    Referent/in:

    Prof. Dr. Charlotte Niemeyer (Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum Freiburg)


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